Wie über Kinder schreiben. Eine Haltung

Respekt und Sensibilität

Über Kinder und ihre Wahrnehmung zu schreiben bedeutet, ihre Potentiale zu würdigen und ihren ureigensten Ausdruck zu unterstützen. Ein partizipativer, ressourcenorientierter Ansatz verbindet die Perspektive des einzelnen Kindes mit der politischen Ebene.
                 
Das Schicksal eines jeden Kindes verdient tiefen Respekt. Das Verborgene, Ungehörte, wenig Sichtbare ans Licht zu bringen braucht Sensibilität. Manches bleibt besser ungesagt und ungeschrieben.

Wurzelstock. Copyright: C. Schachinger

Komplexität und Essenz

Die Zusammenhänge gesellschaftlicher Realität und ihrer Einflussfaktoren sind komplex und systemisch ineinander verwoben und nicht auf simple Aussagen reduzierbar. Dennoch gilt, das Wesentliche, die Essenz verständlich darzustellen.

Verallgemeinernde Statistiken und Durchschnittswerte werden dem Schicksal jedes einzelnen Kindes nicht gerecht. Information braucht daher die Balance zwischen notwendigem und sorgfältig recherchiertem Datenmaterial, qualitativer Forschung und Fallstudien.

Wahrnehmungsräume und Wahlmöglichkeiten

Menschliche Schicksale wollen wahrgenommen und bezeugt werden. Kinder brauchen Raum, ihre Geschichten zu erzählen: Einen Raum des Respekts für die Sphäre und den Schutz des Einzelnen, für die Grenzen
des nicht Heil- und Teilbaren.

Urteile und Bewertungen begünstigen Schwarz/Weiß-Schlussfolgerungen und Opfer/Täter-Paradigmen. Eine bewusste und emphatische Sprache dagegen macht betroffen, unterstützt die Verantwortung für unser Handeln und schafft Wahlmöglichkeiten. Das Aufzeigen der dahinter liegenden Bedürfnisse, Realitäten und Zusammenhänge fördert komplementäres
Handeln.

Jenseits von richtig oder falsch liegt ein Ort, da treffen wir uns
Rumi