Biodynamische Körperarbeit &
Persönlichkeitsentwicklung
in der Natur

Leben.Spüren – Lebendig.Sein

Fluss und Widerstand

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Kennst du das – dich irgendwie gelähmt, resigniert, blockiert zu fühlen? Diese zähen Phasen, wo alles schwerfällt, steckt, nichts scheint mehr weiter zu gehen. Ablenkung funktioniert, aber nur vorübergehend.

In diesem Zustand der Stagnation fühlen wir uns oft wie abgeschnitten, abgetrennt, von uns selbst und anderen, stumpf und ausgebrannt. Wo sind Begeisterung, Freude, Leidenschaft und Lebendigkeit geblieben?

Die Sehnsucht ist groß, wieder in Bewegung zu kommen – nur wie und wohin? Oft ahnen wir tief in uns, wohin es gehen könnte, aber etwas in uns scheint die Erfüllung zu boykottieren.

Vor dem nächsten Schritt

Früher bin ich in solchen Phasen meist krank geworden, mit einer heftigen Bronchitis oder ähnlichem. Ich negierte den Zustand, wehrte mich dagegen, und bin dadurch noch tiefer hineingeraten. Ich hatte buchstäblich die Nase voll, den anderen etwas gehustet. Die Viren haben dafür gesorgt, dass die Welt auf Abstand blieb. Im Krankenbett konnte ich so richtig in meiner Lethargie baden, mich mit Filmen oder Büchern ablenken. Ich aß viel, mein Bauch war mit Verdauung beschäftigt, statt Emotionen zu verarbeiten.

Heute weiß ich, ich wollte nichts spüren. Nichts spüren war meine Widerstands-Strategie gegen den Wandel. Ich blieb im Mittelmaß meiner Widerstände stecken, erklärte Komfortzone und Schnupfennase zum Normalzustand. Doch es war der Widerstand selbst, von dem ich genug hatte. Genug, mich selbst immer wieder zu boykottieren und Sabotage am eigenen Wachstum zu betreiben.

Sobald es ernst wird mit der Veränderung, zeigen sich oft innere und äußere Widerstände. Denn wenn uns der Fluss des Lebens weiterträgt, bricht eine Reise ins Unbekannte an. Wir wünschen uns die Erfüllung unserer Sehnsucht, doch was bedeutet es, über uns hinaus zu wachsen, ein neues Ziel zu erreichen? Darf ich mir das erlauben, eine bessere Version meiner Selbst zu sein und in der Fülle meiner Möglichkeiten zu leben?

Hinaus in die Welt

Früher habe ich gegen den aufkommenden Widerstand gearbeitet, heute übe ich mich in Hingabe. Heute ist der Widerstand da, mich freundlich, aber bestimmt zu erinnern, dass Veränderung möglich und erwünscht ist. Sagt man nicht, dass Kinder nach einer überwundenen Krankheit besonders große Entwicklungsschritte machen?

Heute nehme ich die Blockaden zum Anlass hinzuspüren, was es noch braucht, um wieder hinaus in die Welt zu gehen. Wenn es steckt, zäh und dumpf wird, schalte ich meine Spür-Sensorien noch einen Gang höher, um wahrzunehmen worum es wirklich geht.

Ich setze Veränderungsimpulse, die mich meiner Sehnsucht näherbringen, Schritt für Schritt, auf allen Ebenen. Oft ist es so, dass Herz und Seele längst wissen wohin die Reise geht, aber im Körper sind noch die alten Programme gespeichert.

In Bewegung kommen

Ich erlaube mir, die Widerstände zu spüren und nehme die dahinter liegenden Gefühle wahr. Wenn ich meinem Körper Raum gebe, mich hingebe, dem Zustand erlaube zu sein, dann zeigen sich Resignation oder Zweifel, Angst, Traurigkeit oder Wut. Ich ermögliche meinem Körper, im geschützten und für mich passenden Rahmen, sich auszudrücken, in welcher Form auch immer. Ich bewege meine Verspannungen, meine Starrheit, dehne mich in meine Begrenzungen hinein. Ich lasse mich von meinem Körper führen und bringe von innen heraus in Bewegung, was sich stagniert und festgefahren anfühlt, lasse die Blockaden schmelzen.

Aus diesem Ausdruck heraus entsteht meist auch ein Verständnis dafür, worum es geht. Und dann übe ich Mitgefühl mit den Teilen in mir, denen immer noch der Mut fehlt, die noch bedürftig sind, gerne im Negativen hängen bleiben. Veränderung fordert uns. Ein neues Ziel zu erreichen bedeutet auch, mich auf eine neue Ebene zu bewegen, also die bisherigen Schwingungen zu verändern und neue zu integrieren. Ich lasse mir die Zeit, die das braucht, erlaube mir Rückzug und Ruhe, erfülle meine Bedürfnisse.

In Phasen der Stagnation ist unser Körper die wunderbarste Ressource, die wir haben. Ihn zu spüren führt uns zurück in den Kontakt mit uns selbst und mit der Lebendigkeit in uns. Sie ist immer da, immer in Fluss, wir dürfen darauf vertrauen, dass sie uns führt. Alles was es braucht ist die Bereitschaft zu spüren und die Hingabe an das was ist.

On the other side of resistance is flow.

Guy Finley

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